Die EFFA (European Fly Fishing Association) stellt vor:

Menschen, die das Fliegenfischen verinnerlichen und die EFFA-Philosophie nach außen tragen. Heute stellen wir den Herzblutschwaben und das umtriebige EFFA-Mitglied, Frank Schmitt vor. Sein Herz schlägt für seine Familie, seine Freunde und nicht zuletzt für das Fischwasser am Oberen Neckar - ein engagierter Fischwasser-Pächter, der anpackt und das tut was er sagt.

Frank Schmitt ist Jahrgang 1972, arbeitet als Schreiner und Technischer Leiter auf Schloss Weitenburg im wunderschönen Neckartal. Fränki wohnt in Eutingen, Baden Württemberg, ist verheiratet und Vater von Zwillingen. Seine Leidenschaft ist nicht nur das Fliegenfischen, sondern vielmehr die Pflege des Oberen Neckars, wo er seit 2010 auch als Vollblutpächter amtet und sich für den Äschen- und Bachforellenbestand stark macht. Allem voran ist ihm die Aufzucht der Laichfische, wie zum Beispiel die der Bachforelleneier in WV Boxen wichtig. Die Gehölzpflege am Revier ist ihm ein Dorn im Auge und so lässt er soweit es geht, der Natur freien Raum und lässt an seinem Revierufer gedeihen was gedeiht. Dass er neben seinem Engagement auch noch Zeit für seine Familie und Freunde hat, ist keine Hexerei, nur präzise Organisation. Wir haben Fränki ein paar Fragen gestellt:

Seit wann fischst Du mit der Fliege und wie bist Du zum Fliegenfischen gekommen?
Frank Schmitt: Seit 2003 fische ich mit der Fliege. Meine ersten Wurfversuche machte ich auf einer Pferdekoppel mit einem alten Fliegenfischer aus unserem Verein. Der „alter Lehrmeister“ am Neckar hat mit einer Leichtigkeit sehr gut Fische gefangen und klar wollte auch ich das können. Schnell wurde mir klar, dass man die Kunst des Fliegenfischens nicht geschenkt bekommt und so habe ich geübt und an meinen Wurf-Stil gefeilt und weiter verfeinert. Heute lerne ich noch immer, mit dem Unterschied, dass mir mein Freund und EFFA Master, Uwe Rieder mit Tipps und Tricks zur Seite steht.

Wo fischst Du am liebsten mit der Fliege?
Frank Schmitt: Meine Lieblingsreviere sind in erster Linie der Obere Neckar, die Blau, die Alm und die Steyr in Österreich. Spitzen Gewässer!

Was fasziniert Dich ganz besonders am Fliegenfischen?
Frank Schmitt: Fliegenfischen besteht nicht nur aus Fische fangen. Mich fasziniert die Natur, das intakte Gewässer, gute Fischbestände, die Insektenvielfalt und natürlich gesunde und kampfstarke Fische. Und so ist auch bei mir, wenn ich am Wasser bin, kein Tag wie der andere.

Warum bist Du EFFA-Mitglied? Was hat Dich zum Beitritt bewogen?
Frank Schmitt: Ich bin vor 10 Jahren, damals noch bei der EFFA Deutschland, aus Überzeugung Mitglied geworden. Wenn man schon die Möglichkeit hat, Teil einer Vereinigung oder eines Vereins zu sein, dann sollte man das auch verinnerlichen und sich einbringen. Man lernt gleichgesinnte unterschiedlichster Art kennen und gewinnt neben neuen Freundschaften auch viel Know-how dazu. Den Antriebt für die erneute EFFA-Mitgliedschaft, nach der Auflösung der EFFA-Deutschland, bekam ich von meinem Freund Uwe Rieder. Er meinte damals, dass ich mich mit unserem heutigen EFFA-Präsidenten Daniele di Fronzo sicher gut verstehen werde. So war es auch und ist es noch heute. Ja, und das Ende vom Lied war, dass ich das EFFA-Treffen 2017  bei uns am Neckar organisieren durfte. Rund 70 leidenschaftliche Fliegenfischerkollegen haben am Event teilgenommen. Ein grossartiger Anlass, worüber noch heute gesprochen wird.

Welches Potenzial hat die EFFA?
Frank Schmitt: Ohne arrogant zu sein, gibt es noch viel Luft nach oben. Für mich ist es wichtig, dass jedes EFFA-Mitglied auf seine Art von einer Mitgliedschaft profitieren kann. Möglichkeiten gibt es viele. Nur schon die vielen Treffen, der Austausch und das nützliche Netzwerk, das man sich aufbauen kann. Die EFFA ist auf einem guten Weg. Und klar, gut Ding will Weile haben.

Wo oder auch wie kann sich die EFFA weiterentwickeln? Wo sollte die EFFA aktiv werden?
Frank Schmitt: Die EFFA ist kein elitärer Verein. Am Wasser trifft man Menschen aus allen sozialen Schichten und das ist gut so. Meiner Meinung nach sollten der Preis für gewisse EFFA-Workshops angemessen sein und für jedermann erschwinglich. Sehr schade finde ich, dass die EFFA als Verein auf der EWF in Fürstenfeldbruck nicht präsent ist oder präsent sein darf. An einer Messe sollte doch jede Fliegenfischer-Vereinigung die Möglichkeit haben, sich zu präsentieren. Am Wasser grenzen wir Fliegenfischer uns ja auch nicht ab.

Wie siehst Du die aktuelle ökologische Situation der europäischen Gewässer und deren Fischbestände?
Frank Schmitt: Man muss kein Fachmann sein - die Verunreinigung der Meere, Seen und Flüssen ist einfach erschreckend. Dabei sollten die Gesetze länderübergreifend sein. Hinzu kommen die anhaltenden Hitzesommer mit erschreckend niedrigen Wasserständen. Die Ursache ist uns allen bekannt. Die Welt kann ich auch nicht verbessern, aber wir alle können so anständig handeln, dass wir unsere Welt nicht schlechter noch machen. Mit gesundem Menschenverstand und Respekt vor der Natur! Die Fischbestände in unseren Flüssen gehen uns alle etwas an und so sollte auch jeder ein Stück dafür verantwortlich sein. Wir sollten das beste dafür tun. Dabei ist der Fischbesatz nur ein kleiner Teil vom Ganzen.

Was möchtest Du Deinen Fliegenfischer-Kollegen auf den Weg geben? Was ist Dein grösster Wunsch in Bezug auf das Fliegenfischen?
Frank Schmitt: Geht fischen und habt Spaß daran, aber seit euch bewusst, dass das Fliegenfischen keine Selbstverständlichkeit ist. Schaut jedes Wasser so an, als ob ihr die Verantwortung dafür tragt. Seit ich Pächter vom Oberen Neckar bin, sehe ich die Fischerei aus einer ganz anderen Sicht. Die Zeit und das Geld, das wir für unser Wasser investieren ist enorm, aber es lohnt sich allemal. Mein größter Wunsch ist, dass meine Fischerfreunde, ich und meine Familie gesund bleiben und wir alle noch viele schöne Stunden am Wasser verbringen können.

Auf was möchtest Du niemals verzichten?
Frank Schmitt: Auf die schöne Natur, das Treffen mit Freunden und  Gleichgesinnten, das gemeinsame Bierchen und nach einem schönen Fischertag, mit einem sauber gebrannten Gin das Erlebte in einer tollen Runde teilen.

Interview: Stefan Schramm

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