Die EFFA (European Fly Fishing Association) stellt vor:

Menschen, die das Fliegenfischen verinnerlichen und die EFFA-Philosophie nach außen tragen.  Heute stellen wir EFFA-Guide, Peter Beck vor. Ein Fliegenfischer der mit Gelassenheit Fische fängt und mit Bedachtsamkeit sie auch gerne wieder freilässt.

Peter Beck wohnt in Vorchdorf, Österreich, ist 38 Jahre jung und als Trainer in der Arbeitsvermittlung tätig. Er ist EFFA Mitglied seit 2015 und Mitglied im EFFA-Flyfishing Departement. Seine Hausgewässer sind die Voralpenflüsse in Oberösterreich wie zum Beispiel die Alm oder die Traun.

Wir haben Peter 10 Fragen gestellt:

Seit wann fischst Du mit der Fliege?
Peter Beck: Seit 12 Jahren. Normalerweise bin ich 1 bis 2 mal pro Woche am Wasser, aber wenn ich frei habe natürlich öfters.

Wie hast Du das Fliegenfischen für Dich entdeckt?
Bei einem gemeinsamen Angelurlaub mit meinem Bruder bei Freunden in Alaska. Ungefähr 300 Meilen südlich von Fairbanks am Gulkana River. Damals habe ich noch nicht mit der Fliege gefischt, alle anderen schon. Aber am Abend hab ich mir immer eine Fliegenrute ausgeborgt und mit der Trockenfliege auf die steigenden Äschen gefischt. Das hat mir soviel Spaß gemacht dass ich anschließend zuhause sofort meine erste Fliegenrute kaufte.

Kannst Du Dich noch genau an Deine ersten Würfe erinnern?
Ja, das Werfen hat mich von Anfang an fasziniert. Es ist die Eleganz, die Schönheit und die Ästhetik des Fliegenwerfens. Meine Inspiration war von Anfang an so groß, dass man mich in meiner Freizeit nur noch am Wasser oder auf der Wiese antraf.

Wer hat Dir das Fliegenfischen beigebracht/Dich begleitet?
Zu Beginn war ich schon mit Freunden unterwegs, die bereits viel Erfahrung damit hatten, aber mein Wissensdurst wurde so groß, dass ich mir eigentlich so gut wie alles selbst beigebracht habe.

Was fasziniert Dich am Fliegenfischen?
Die tiefe Verbundenheit mit der Natur, die Eleganz der Wurftechnik und das Abenteuer.
Letztes Jahr zum Beispiel, als ich eine neue Flusslandschaft erkundet habe, spazierte hinter mir auf einmal ein Hirsch vorbei. Oder eine Schlange, sie sich vor mir aufbäumte, weil ich sie beinahe übersehen habe. Aber alleine wenn auf einmal aus dem Nichts ein Fisch überraschend die Trockenfliege nimmt, dass kann alles sehr spannend sein. Man erlebt einfach Vieles wenn man in der Natur ist.

Wo fischst Du am liebsten?
Überall dort, wo die Natur noch unberührt ist. Schwedisch Lappland ist zum Beispiel eines meiner nächsten Ziele.

Deinen grössten oder schönsten Fisch hast wo gefangen?
Das war im Herbst 2014 an der Traun, eine starke Barbe mit 78cm hat eine ganz kleine Nymphe, Hakengröße 18, genommen. Daraus wurde ein ziemliches Erlebnis, da ich mit einer weichen Rute mit Schnurklasse 4 unterwegs war.

Wie bist Du zur EFFA gekommen, was war Dein Entscheid Mitglied zu werden und welches Potenzial siehst Du mit dieser Vereinigung?
Ich bin gerne unter Gleichgesinnten, die sich mit Leidenschaft und Passion für etwas einsetzen. In dem Fall für das Fliegenfischen und die Umwelt. Dabei sein heisst für mich nicht nur nehmen sondern auch geben.
Immer wenn Menschen zusammenkommen und sich für etwas einsetzen, ist auch Potential vorhanden. Gemeinsam geht doch vieles besser.
Die hohen Qualitätsanforderungen einer EFFA Zertifizierung waren ein persönliches Ziel für mich. Es gibt den Guide, den Basic-Instructor oder den Master-Instructor. Der Guide hat mich am meisten angesprochen und die Prüfung habe ich 2015 in der Schweiz (Tössegg) absolviert.

Fliegenfischen ist voll im Trend. Wo siehst Du die Gründe?
Der moderne Mensch ist in dieser schnelllebigen Zeit ganz einfach überfordert und sucht wieder die Anbindung zur Mutter Natur. In unserer „Höher-Schneller -Weiter Gesellschaft“, in der die Informationsflut viel zu viel ist und wo man ständig durch Handy, Email und moderne Kommunikationsmittel erreichbar ist, ist Stress leider eine logische Konsequenz - schrecklich!
Beim Fliegenfischen findet man die notwendige Ruhe und Gelassenheit, man taucht ein in eine ganz andere Welt, in der Zeit auf einmal keine Rolle mehr spielt. Man ist mitten in der Natur und nimmt diese auch sehr intensiv wahr. Mein Handy bleibt dabei absichtlich zuhause, ich bin nicht erreichbar. Ich liebe es ganz alleine irgendwo am oder im Fluss zu sein. Dort fühle ich mich einfach gut.

Es gibt vieles was für aber auch gegen unsere Fischgewässer spricht - Umweltschutz, Vogelschutz, Naturschutz, etc. Wie siehst Du die Entwicklung der Fisch-Gewässer in Europa?
 
Das ist ein sehr wichtiges Thema! Der Mensch hat Vieles zerstört und sich destruktiv in die Abläufe der Natur eingemischt. Der schwindende Fischbestand und die Abnahme der Artenvielfalt, auch außerhalb der Gewässer, spiegeln dies. Es ist höchste Zeit, dass ein globales Umdenken stattfindet und die Flüsse wieder in ihren natürlichen Zustand kommen! Wir müssen noch sehr viel dafür tun.

Interview: Stefan Schramm

Hast Du Interesse am Fliegenfischen / der EFFA? Einfach melden: info@effa.info

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