Die EFFA (European Fly Fishing Association) stellt vor:

Menschen, die das Fliegenfischen verinnerlichen und die EFFA-Philosophie nach außen tragen. Fliegenfischen ist keine Männer-Domäne! Es gibt viele Frauen, die sich dem Fliegenfischen verschrieben haben und sich für das Fliegenfischen aktiv einsetzen. Heute stellen wir Yvonne Borrmann vor, eine Fliegenfischerin, die viel lernen möchte und das gelernte gerne mit anderen Menschen teilt.

Yvonne Borrmann ist 52 Jahr jung, verheiratet und Diplom-Ingenieur-Pädagogin/Berufsschullehrerin. Als kleines Mädchen hat sie das Angeln von Ihrem Vater gelernt und vor 3 Jahre die Fliegenfischerei für sich entdeckt. Heute ist Yvonne ein aktives Mitglied des Landesangelverbandes Thüringen, Angelverein Blue Marlin e.V. und begleitet ihren Mann Dominik, der u.a. auch EFFA Landesvertreter in Deutschland ist, am Fischwasser, in der eigenen Fliegenfischerschule und an vielen Events im In- und Ausland.

Wir haben Yvonne ein paar Fragen gestellt:

Wie bist Du zur EFFA gekommen?
Yvonne Borrmann: Kennengelernt habe ich die EFFA erstmals auf der Aquafisch in Friedrichshafen. Das war 2014.

Hast Du ein Lieblingsgewässer?
Yvonne Borrmann: Nein, ein Lieblingsgewässer habe ich nicht wirklich. Für mich sind alle natürlichen und damit unverbauten Fließgewässer reizvoll.

Wie hast Du das Fliegenfischen für Dich entdeckt?
Yvonne Borrmann: Ich angle seit meinem 8. Lebensjahr und bin mit meinem Vater viel an meinen heimatlichen Flüssen – Elbe (Sachsen/Anhalt) oder Kiesgruben zum Angeln unterwegs gewesen. Nach meiner Ausbildung, mit der Gründung einer Familie und der Ausübung meines Berufes verlor ich das Hobby aus den Augen. Es blieb leider keine Zeit als vollberufstätige Berufsschullehrerin und Managerin eines kleinen Familienunternehmens (Familie, Haus, Hof und Garten) für das Angeln.
Meinem Vater schenkte ich zum 60. Geburtstag einen Fliegenfischerkurs hier in Thüringen und mit diesem keimte die Angelleidenschaft bei mir wieder auf. Seit 2015 darf ich in Deutschland wieder fischen, denn ich hatte versäumt, nach der Wende 1989 meinen Fischereischein umschreiben zu lassen und so durfte ich die Fischereiprüfung noch einmal ablegen. Das sind jetzt knapp drei Jahre. In dieser Zeit habe ich das Gefühl vieles Nachholen zu müssen und wollen.

Fischst Du ausschliesslich mit der Fliege?
Yvonne Borrmann: Ja, ich fische ausschließlich mit der Fliege. Nichts ist für mich entspannender, meditativer, und reizvoller, bis zum dunkel werden, im/am Fluss zu stehen, die Natur zu beobachten und konzentriert den Zielfisch anzuwerfen.  Doch nicht nur das Fliegenfischen fasziniert mich, auch das Fliegenbinden. Als Textilingenieurin und dem Hang zu filigranen Handwerken, ist die Kunst des Fliegenbindens naheliegend und somit heute meine grosse Passion.

Hast Du spezielle Vorlieben beim Fliegenfischen?
Yvonne Borrmann: Grundsätzlich finde jede Art der Angelei gut, habe für mich jedoch das Fliegenfischen als die nachhaltigere und interessantere Angeltechnik auserkoren.
Meine Lieblingsrute ist eine LOOP S1, 9“, #5, für die Nymphen- und Streamerfischerei. In diesem Jahr möchte ich mir von meinem Mann, Dominik, die feine Trockenfischerei noch beibringen lassen und dafür greife ich auf eine Sage zurück, weil sie einfach geeigneter ist.

Welche Fischer-Destination möchtest Du unbedingt noch bereisen?
Yvonne Borrmann: Träume sind ja erlaubt. Mein grosser Traum ist Patagonien und natürlich die Äschen Fischerei im Altai (Russland, Kasachstan und die Mongolei).

Wie begegnet Dir die männliche Fischerwelt am Wasser?
Yvonne Borrmann: Die Begegnungen am Wasser oder Bindetisch sind ausnahmslos von Höflichkeit, Achtung und Respekt geprägt, das Geschlecht ist völlig unbedeutend. Es gibt keine Unterschiede, warum auch. Im Gegenteil, beim Fliegenfischen sind wir doch alle gleich und können in jeder Hinsicht voneinander lernen Unbestritten bleibt der geringe Anteil an Fliegenfischerinnen, ich sehe gerade darin ein Entwicklungspotential und bereits positive Tendenzen in der Szene.

Was ist für Dich das Wichtigste wenn Du am Fischwasser bist?
Yvonne Borrmann: An der frischen Luft zu sein, Erholung zu finden, Insekten beobachten und selbst gebundene Fliegen testen. Da ich meist mit meinem Mann Dominik unterwegs bin, möchte ich logischer Weise den ersten Fisch landen. Klappt auch meist, auch wenn es bislang immer ein Fisch aus der Kinderstube war.
Wir beide betreiben eine Fliegenfischerschule, Dominik der Instruktor, ich die Binderin und Organisationsprofi. Das wunderbare ist, wir teilen ein Hobby, ergänzen uns in unseren Fähigkeiten und haben die gleichen Ansichten bezüglich unserer Verantwortung im Umgang mit der Natur.

Was bedeutet Dir das Fliegenfischen und worauf sollte beim Fischen unbedingt geachtet werden?
Yvonne Borrmann: Ist man am Fischwasser, ist es wie ein kleiner Urlaub, ein Stück Abenteuer und Freiheit, was den Alltag ideal ausgleicht. Worauf geachtet werden soll, regeln die Vorschriften, die jeder Angler wissen sollte. Die Gier beim Fischen ist dabei völlig fehl am Platz.

Worauf sollte man achten, wenn Frauen mit dem Fliegenfischen beginnen oder sich weiterentwickeln möchten?
Sie sollen einfach damit anfangen und genauso selbstbewusst wie im Alltag an die Sache herantreten, einen Fliegenfischerkurs besuchen und dabei unbedingt Wert auf Qualität legen. In einem Verein, einer Organisation oder einer organisierten Fliegenfischerreise findet jeder Mann, wie auch jede Frau Gleichgesinnte, wo die Chemie stimmt. Auch hier gibt es nach meiner Erfahrung keine Geschlechterspezifik.
Infos: info@abendsprung.de,  abendsprung.de

 

Interview: Stefan Schramm

Hast Du Interesse am Fliegenfischen / der EFFA? Einfach melden: info@effa.info

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