Die EFFA (European Fly Fishing Association) stellt vor:

Menschen, die das Fliegenfischen verinnerlichen und die EFFA-Philosophie nach außen tragen. Heute stellen wir EFFA-Fly Fishing Guide, René Widmer vor. Ein Wirbelwind, Energiebündel und engagierter Guide Ausbilder, dem die Förderung der Kinder und Jugend besonders am Herzen liegt.

René Widmer (62) ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt nahe der Deutschen Grenze, in Rafz, dem nördlichen Zipfel des Kanton Zürich. Der diplomierte Verkaufsberater und Küchenchef plant und realisiert seit 30 Jahren Gastronomieküchen in der Schweiz und im Ausland. Vor 35 Jahren hat René mit dem Fliegenfischen begonnen und ist seit vielen Jahren Instruktor für Sachkunde-Nachweis-Fischerei (Schweizer SaNa-Ausweis) im Kanton Zürich und Schaffhausen. René hat die viertägige EFFA Guideprüfung an der Hedmark University College in Elverum, Norwegen 2013 erfolgreich abgelegt. Heute ist er für die Organisation, Durchführung und Prüfungsabnahme aller EFFA-Guide Kurse verantwortlich. René ist ein umtriebiger geradliniger Mensch, der sagt was er denkt, auch wenn er manchmal damit aneckt.

An seine Kindheit erinnert sich René sehr gerne. Das Wasser und die Fischerei hat er förmlich mit der Muttermilch aufgesogen. Direkt am Bodensee, ist er im elterlichen Hotel aufgewachsen und kam schon bald mit der Fischerei in Berührung. Oft durfte er die ansässigen Bodenseefischer beim Netzeinholen begleiten.

„In dieser Zeit waren die Fischbestände im Bodensee noch intakt. Fast in jedem kleinen Dorf gab es einen Fischer, der gut und gern vom Fang leben konnte. Damals wurden auch die Weißfische zu Fischknusperli verarbeitet. Eine Spezialität im elterlichen Hotel, die nicht nur die Touristen liebten. „In Reih und Glied sassen wir auf der Ufermauer und fischte mit der Zapfenrute. Kiloweise brachten wir die Fänge meinem Vater ins Hotel und besserten so unser Sackgeld auf.

Schnell kamen die Lehr- und Wanderjahre für den jungen Koch und für die Fischerei blieb nur wenig Zeit. Nach lehrreichen Ausbildungsjahren in Jersey, England und den USA kehrte der junge Küchenchef in die Schweiz zurück und begann als Küchenchef im Hotel Sternen, Unterwasser. Ein Toggenburger Traditionshaus direkt an der Thur. Dort lernte er auch Hans-Ruedi Hebeisen kennen.

Hebeisen absolvierte viele seiner Fliegenfischer-Kurse im Toggenburg. Das Hotel Sternen war damals eine praktische Unterkunft mit Hotelwiese die sich gut für das Wurftraining eignete. Weil das Essen am Mittag etwas lange dauerte, schlug René dem HRH vor, den nächsten Lunch direkt ans Wasser zu liefern. HRH willigte ein. Als Zeichen der Dankbarkeit hat ihm der grosse Meister eine Kohlefaserrute von Enterprise vermacht, mit einer alten Orvis Madison und original HRH Schnur. Von da an stand bei René die Fliegenfischerei ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Hege und Pflege des Revierabschnittes vor dem Hotel, war ein Nebenjob, der nicht nur interessant, sondern auch sehr lehrreich war.

Nach einigen Jahren tauschten René und Ehefrau Pia den Golfplatz mit dem Salmoniden Gewässer. Begeistert von der Fliegenfischerei, besuchten die Beiden ihren ersten HRH-Meisterkurs in Matrei, Osttirol. „Was gibt es schöneres, wenn auch die Partnerin und später die beiden Söhne Samuel und Simon, Freude an der Fliegenfischerei haben“. Durch HRH lernte René auch Persönlichkeiten wie Brunner, Gebetsroither und Prager kennen.

Mal war es das Fliegenfischen, mal die Küche oder ganz einfach der Austausch über Gott und die Welt, die HRH und René heftig diskutierten. Mit der Zeit entwickelte sich eine gute Freundschaft, die noch heute Bestand hat. Oft ist René als Guide im In- und Ausland für die Hebeisen Fliegenfischer Schule unterwegs. Ein Job, den René als Erholung und guten Ausgleich zum stressigen Alltag sieht.

In 2010 kam René durch Günter Feuerstein zur EFFA. Schon damals haben ihn der unverkennbare Stellenwert, das Ansehen und die hohe Professionalität der EFFA beeindruckt. „Für Instruktoren und Master gibt es bei der Prüfung weltweit keinen höheren Standard. Und das ist gut so, denn nur mit Top-Qualität und hohen Anforderungen kann der EFFA-Level gehalten werden.“

Sechs Jahre amtete René Widmer als Sekretär im EFFA-Vorstand. Heute ist er Delegierter im EFFA-Fly Fishing Department und Leiter für die EFFA-Guide Kurse. Das Erlernte rund um die Fliegenfischerei, die Kenntnisse in der Natur und sein fundiertes Wissen im Outdoor Cooking, haben ihn schon viele tolle Stunden am Wasser bereitet. „Fliegenfischen besteht nicht nur aus Fischen, es ist die Natur, der Verstand der ganzen Tier- und Pflanzenwelt, es sind die verschiedenen Gewässer mit ihren Lebensräumen und nicht zuletzt die Technik für den perfekten Wurf. Die Krönung eines jeden Fischertages ist der gefangene Fisch, der mit Freunden auf dem Feuer, direkt am Wasser zubereitet und gemeinsam genossen wird“

 

Wir haben René fünf Fragen gestellt:

Wo fischst Du am liebsten?
René Widmer: Am Hochrhein, der Töss, den Dolomiten (mit dem Belly Boat) sowie Norwegen und Kanada.

Was fasziniert Dich besonders am Fliegenfischen?
René Widmer: Fliegenfischen ist für mich ein umfassendes Erlebnis in der Natur. Gute Freunde, Geselligkeit und ab und zu auch ein gemeinsames Gläschen.

Welches Potenzial hat aus Deiner Sicht die EFFA?
René Widmer: Das Potenzial ist gross, denn Fly Fishing is in! Die Leute müssen optimal an die Materie herangeführt werden. Dazu braucht es unsere erfahrenen Mitglieder in der EFFA, die mit viel Engagement und Grundsatztreue die Philosophie weitergeben. Mit dem hohen Ausbildungs-Level verfügt die EFFA über ein unverkennbares Merkmal, mit dem wir Fliegenfischer schlussendlich gemessen werden.

Wie siehst Du die aktuelle ökologische Situation europäischer Gewässer und deren Fischbestände?
René Widmer: In Bezug auf Salmoniden sehr schwierig. Zu warme Sommer, zu hohe Temperaturen und natürlich die hohe Umweltbelastung mit den vielen Schadstoffen in unseren Gewässern. Eine traurige Angelegenheit. Der Klimawandel ist in aller Munde! Nicht zuletzt nach der einzigartigen Serie verheerender Wetterextreme der letzten Jahre. Doch wer kann die Natur / unser Ökosystem wirklich retten?

Was möchtest Du Deinen Fliegenfischer-Kollegen mit auf den Weg geben?
René Widmer: Fliegenfischen ist komplex. Wenn Du das Fliegenfischen lernen möchtest, dann mit engagierten Instruktoren. Lass Dich unter fachkundiger Anleitung an die Materie heranführen und instruieren. Eine blöde Angewohnheit kann sich schnell als folgenschwerer Wurffehler entpuppen, der sich negativ auf Deine Wurftechnik auswirken kann. Fliegenfischen lernt man nicht nur im Internet oder auf YouTube. Es ist vielmehr kontinuierliches Training auf der Wiese unter Anleitung von fachkundigen EFFA Guides und Instruktoren.

Text/Interview: Stefan Schramm

www.prorest.ch
r.widmer@prorest.ch
+41 (0) 79 664 66 38

Hast Du Interesse am Fliegenfischen / der EFFA? Einfach melden: info@effa.info

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